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Foto-Serie: The Female Gaze

  • Autorenbild: Aileen
    Aileen
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 24 Minuten

Durch welche Brille schauen wir (auf) Frauen? Eine fotografische Einladung, neugierig den eigenen Blickwinkel zu erforschen.


Von Aileen Stechow-Flaxa.


Was bedeutet es eigentlich, Frauen zu zeigen – und dabei nicht nur Bilder von ihnen zu machen, sondern ihnen ein Stückweit wirklich zu begegnen? Die Serie „The Female Gaze“ nähert sich dieser Frage aus meiner persönlichen - und natürlich sehr subjektiven Perspektive - und bewegt sich in ihrer Formensprache bewusst im Spannungsfeld zwischen Wahrnehmung und Darstellung.


In der ungestellten Straßenfotografie entstehen Momente flüchtig, ungeplant und oft ohne direkte Interaktion. Gerade hier wird der fotografische Blick und damit auch meine persönliche Brille, durch die ich in die Welt schaue (gefärbt von meiner Geschichte, sozialen Prägungen und meiner aktuellen Stimmung) besonders sichtbar: Dieser Blick entscheidet, wie ich Menschen zeige - ob sie als Individuen wahrgenommen oder auf ihre Rolle als Motiv reduziert werden.


Und ein bisschen ja immer auch mich selbst.


Der Begriff „Female Gaze“ versteht sich dabei als Transformationsidee zu tradierten Bildmustern, in denen Frauen mitunter objektifiziert oder entmenschlicht wurden, sowie als Einladung, den eigenen Blickwinkel - die eigene Brille - durch die wir in die Welt schauen, zu erforschen. Mit meinen Fotos versuche ich, einen anderen Zugang zu finden: einen Blick, der nicht bewertet oder festlegt, sondern beobachtet, respektiert, staunt und Raum lässt.


Die Fotografien zeigen Frauen in alltäglichen Situationen – unterwegs, wartend, in Bewegung oder in sich gekehrt. Schönheit erscheint hier nicht als inszeniertes Ideal, sondern als etwas Vielschichtiges, das sich in Haltung, Gestik und Präsenz ausdrückt. Gleichzeitig bleibt die Ambivalenz bestehen: Jede Aufnahme ist auch ein Akt der Auswahl und damit der Interpretation.


„The Female Gaze“ versteht sich daher nicht als abschließende Antwort, sondern als fortlaufende Auseinandersetzung und Einladung zur Reflexion. Es ist der Versuch, Vielfalt und Schönheit sichtbar zu machen, ohne sie zu vereinnahmen – und Frauen nicht nur als Motiv, sondern als eigenständige Individuen - gar Universen - im Bildraum bestehen zu lassen.


Schwarzweißbild: Eine Frau zwischen zwei Personen in Winterkleidung, schaut ernst. Stadthäuser unscharf im Hintergrund.
Dresden, 2025.
Menschen überqueren die Straße. Ein Paar schiebt einen Kinderwagen. Schwarz-weiß Bild, unscharf, Ampel im Hintergrund leuchtet rot.
Dresden, 2025.
Frau telefoniert in der U-Bahn, trägt schwarze Jacke und Schal. Mann mit Hut steht nah. Schwarz-weiß Szene, entspannte Stimmung.
Hamburg, 2023.
Frau am Handy neben einem fahrendem U-Bahn-Zug. Kind sitzt im Vordergrund, schaut zur Seite. Schwarz-weiß, emotionale Stimmung.
Berlin, 2025.
Verschwommenes Bild einer Frau mit Sonnenbrille auf einer belebten Straße vor Gebäuden. Schnelle Bewegung und Unschärfe erzeugen Dynamik.
Luzern, 2026.
Frau mit Kopftuch und Junge spazieren am Wasser. Im Hintergrund moderne Hochhäuser und Boote. Entspannte Stimmung.
Amsterdam, 2024.
Frau im geblümten Kleid und Strohhut hält Handy in der Hand, steht vor einem dunklen Hintergrund mit Graffiti. Sonnenlicht auf Gesicht.
Dresden, 2023.
Frau in weißem Oberteil schaut aufs Handy neben Kinderwagen mit Baby. Jeansshorts, Sonnenbrille. Einkaufsumgebung, entspanntes Szenario.
Nürnberg, 2023.
Zwei Personen machen ein Selfie bei einem Freiluft-Event. Sie tragen weiße T-Shirts mit buntem Text, sind fröhlich und umarmt.
Berlin, 2024.

Frau mit Kopfhörern arbeitet konzentriert am Laptop in einem Café. Sie trägt eine weiße Mütze. Im Hintergrund reflektierte Fenster.
Köln, 2024.

Die Foto-Serie "The Female Gaze" wurde im Rahmen der Ausstellung "Pop-Up: Stadtbilder" des Streetcollective Dresden im Mai 2026 im Fotoforum Dresden ausgestellt.

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